Darf ich etwas von meinem Hund verlangen, was ihm keinen Spaß macht?

Heute war mein Feintuning Seminar „Körpersprache und Bindung“ mit der wunderbaren Gruppe, die sich dafür seit mehreren Jahren zusammenfindet. 😊

Ich gebe immer kleine Aufgaben vor, die die Teilnehmer absolvieren und wir schauen auf kleine Details in der Sprache zwischen Mensch und Hund.

Heute lag ein Schwerpunkt darauf, in sich selbst hineinzuhorchen. Wo ist mein Fokus (bei mir, beim Hund, im Außen), lasse ich mich vom Hund beeinflussen, was sagen meine Gedanken, was mein Körper, usw.

Vielleicht könnt ihr euch denken, dass das viele Themen hochgeholt hat. 😊

Eines davon: Wir wollen etwas mit dem Hund machen und er sagt nicht euphorisch „ja“ dazu.

Hier kommt man mitunter schon ins Rudern.

Soll ich es jetzt trotzdem machen? Ist das legitim? Habe ich dann immer noch die volle Zuneigung von meinem Hund?

Wer bin ich eigentlich, dass ich meinem Hund jetzt viele Vorgaben machen will? Ist das egoistisch? Wenn ja: Ist es verkehrt, egoistisch zu sein?

Was wir bei der Durchführung schön veranschaulichen konnten: Hunde brauchen und lieben Klarheit.

Meist schließen sie sich schnell an, wenn wir freundschaftlich aber bestimmt vorgeben, was gemacht wird.

Das Miteinander von Mensch und Hund ist ein Geben und Nehmen.

Keine Seite sollte die sein, die immer gibt oder immer nimmt.

Es ist so hilfreich, mit dem Mindset „wir machen das jetzt!“ an eine Situation heranzugehen und dann etwas in fairer Kommunikation mit dem Hund durchzuziehen.

Ein Hund, der sich anschließen kann, kann auch ein Stück weit loslassen.

Ein Hund, der ständig gefragt wird ob er das jetzt will, ob das okay ist, usw, der hat auch ständig Verantwortung.

Und bitte versteht mich nicht falsch – keinesfalls soll der Hund ständig tun, was wir von ihm verlangen, und ansonsten still sein!!

Aber wenn die Miri auf einem Seminar sagt „lauf mit deinem Hund in Zeitlupe, normal und joggend über das Gelände und achte darauf, dass er sich deinem Tempo anpasst“ – dann muss der Hund das nicht geil finden.

Dennoch besteht eine große Chance, dass es dann doch beiden Spaß macht (weil es um Miteinander geht!), wenn man mit Klarheit und Optimismus startet.

Vor allem wir Frauen tun uns schwer damit, Raum einzunehmen und einfach mal zu machen, ohne zu viel darüber nachzudenken.

Hunde bieten eine fantastische Gelegenheit, das zu lernen.

Denn in Wahrheit schenken wir ihnen ganz viel, wenn wir nicht zögerlich sind, nicht unsicher, nicht perfektionistisch.

So war natürlich auch immer meine Vorgabe: Ihr müsst das jetzt nicht perfekt schaffen, am Wichtigsten ist dass ihr in Kontakt mit eurem Hund seid und euch gemeinsam etwas erarbeitet.

Wie sagte eine Teilnehmerin so schön: „Wir machen das jetzt und ich bin gespannt, was möglich ist“. Genau so!

Ausstrahlen, dass man einen Plan hat und dann den Hund ins Boot holen.

Setzt euch nie zu sehr unter Druck, alles mit dem Hund richtig zu machen, immer seine Zustimmung zu brauchen und nach außen hin ein gutes Bild abzugeben!

Wichtig ist, dass ihr in Freundschaft mit eurem Hund lebt und ihm die Chance schenkt, sich ein wenig in eure Führung fallen zu lassen.


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