Der Satz wurde mir letztens geschrieben und ich kenne ihn SO gut… von mir selbst. Wenn man ganz viel Wissen über Hunde gesammelt hat, passiert es (fast allen Menschen), dass man in den Kopf rutscht. Man arbeitet mit Wissen. Eigentlich doch super, oder?
Nur, dass man dabei ein wenig das Bauchgefühl und den Instinkt verliert. Das zu bemerken, ist total frustrierend. Man erinnert sich an früher zurück, wo man einfach GEMACHT hat, was oft so viel besser geklappt hat als die technische Herangehensweise. Das ist auch wirklich so! Ich sage immer: „Es ist besser du nutzt die nur zweit- oder drittbeste Methode, wenn du die aber dafür wirklich authentisch und unkompliziert umsetzen kannst. Suche nicht die Perfektion. Mach, was dich ohne Zögern ins Handeln bringt.“ Halten wir also erstmal fest: Nichtwissen hat Vorteile. Man handelt einfach, man ist authentisch, man gibt dem Hund ehrliches Feedback. Man zerdenkt nicht alles.
Aaaaber 🙂 (Wenn es kein „aber“ gäbe, würde ich nicht ausbilden 😂) Wenn wir ehrlich sind, macht man manchmal durchaus Mist. Man wird dem Hund nicht immer gerecht, wenn man seine Bedürfnisse nicht genau kennt, seine Sprache nicht gut beherrscht und ansatzweise einen Plan hat. Abgesehen davon macht es auch einfach Spaß, alles über Hunde zu lernen.
Also begibt man sich in Fort- oder Ausbildungen. Also riskiert man ein Verkopfen. Ein verwirrt sein, weil man plötzlich mehrere Ansätze im Umgang mit dem Hund kennt und gar nicht mehr weiß, was jetzt gut wäre.
Dann kommt er aber, dieser Punkt an dem man genervt und frustriert ist weil man merkt wie verkopft man geworden ist. Und dann ihr Lieben, dann wirds richtig gut. Dann macht man sich nämlich auf den Weg, beides zu vereinen. Wissen und Bauchgefühl. Plan haben und instinktiv handeln. Denken und fühlen. Handlungsfähig und authentisch sein. Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess. Aber jeder Schritt auf diesem Weg bringt ein großes Stück Freiheit, Freude und Erfolg. Und dann rockt man das Ding.