Wann startet der Gassigang?

Wann startet der Gassigang?

Wenn es mit unserem Hund gut läuft, ist jeder Gassigang ein Geschenk für uns. Wir kommen an die frische Luft, haben Bewegung und Freude. Wir können uns mit unserem Hund und der Natur verbinden und durchatmen.
Aber egal, ob uns der Gassigang ganz viel gibt oder nicht – eigentlich gehen wir für unseren Hund raus.
Und DAS darf man im Hinterkopf behalten. Es ist seine Zeit.

Was sich ein Hund nicht wünscht, ist gestresstes Fertigmachen zum Rausgehen.
Hund hetzen, alles schnell zusammenkramen, raus, dann vielleicht sogar noch innerlich Gehetzt sein weil man sich eine bestimmte Strecke vorgenommen hat und wir Menschen haben leider nicht unbegrenzte Zeit für sowas zur Verfügung.

Die Zeit für unseren Hund startet nicht, wenn wir auf dem Feld stehen und die Leine abmachen!
Nicht das „lauf“, mit dem man den Hund eventuell von sich wegschickt damit er endlich Spaß hat (wovon ich überhaupt nichts halte) startet seine Zeit – die startet bein Heranrufen fürs Gassi gehen!
Auch hier darf man sich Zeit nehmen.
Halsband oder Geschirr so anziehen, dass sich der Hund nicht unwohl fühlt (zB durch unangenehmes über ihn beugen, was für manche Hunde schrecklich ist, manchen macht es dagegen gar nichts aus).
Leine so dranklicken, dass sie ihm nicht ausversehen ins Gesicht schlägt (1000 Mal gesehen, auch dass der Hund blinzelt weil die Leine nervig vor seinem Gesicht rumfuchtelt) und dass kein Karabiner an den Hundekörper schlägt.
Den Hund eventuell nochmal wertschätzend abstreichen, wenn er das mag.
Sich nicht von der Aufregung des Hundes hetzen lassen, gleichzeitig nicht den Hund hetzen („komm jetzt“).
Das hier ist eure gemeinsame Qualitätszeit!

Und dann kommt der Gassigang, der für den Hund da ist, der bitte auch mal Hundekram machen darf. 🙂
Schnüffeln!! Etwas anschauen und sich ein Bild davon machen. Sich wälzen, wenn es nur in Erde ist. Trödeln, fetzen, Gras fressen, mal eine interessante Strecke laufen. Hund sein.

Und was sich ein Hund ganz unbedingt auch wünscht ist Verbindung mit seinem Menschen.
Blicke des Hundes wahrnehmen und beantworten (eventuell wünscht er sich gerade mehr Zeit, geschützt werden weil ihm etwas unangenehm ist, oder „nur“ Verbindung in Form von sich ansehen und angelächelt werden).
Die Welt gemeinsam erleben, statt getrennt voneinander sein Ding zu machen – viele Hunde geben sich frei, wenn der Mensch im Handy hängt statt beim Gassigang.. Und werden dann genervt daran erinnert, dass sie dem Menschen folgen sollen. Wohin? In die Cyberworld? 😉

Tief atmen nicht vergessen, schöne Augenblicke sammeln, den Blick auf das kleine Besondere richten.. Das wünsche ich mir von den Menschen auf ihren Hunderunden.

hdrpl

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